Nach der Sage wurde
der "Heilige Damm"
infolge des Gebets der Zisterziensermönche
von Doberan von den erregten Ostseefluten aufgetürmt.
Frohsinn empfange
Dich hier, entsteigst Du gesundet dem Bade
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Auszug aus der Geschichte Heiligendamms, Meyers Reiseführer "Ostseebäder", Bibliografisches Institut, 1910.
Heiligendamm, im Volksmunde Mecklenburgs kurz "Der Damm" genannt, schon seit 1793 Seebad, ist eine Gründung Friedrich Franz I. und wurde als solche von der großherzoglichen Domänenkasse verwaltet; 1874 - 1885 war es in Händen von Aktiengesellschaften, seit 1885 ist es Privatbesitz des Rittmeisters a.D. v. Kahlden.
Heiligendamm ist das älteste Bad der deutschen Ostseeküste und neben Heringsdorf auch zugleich das schönste; "ein Stück Erde stiller, anmutvoller, vornehmer Naturschönheit". Mit Heringsdorf teilt es den prächtigen, ausgedehnten Buchenwald, der es mit seinen uralten hochstämmigen Bäumen im S., O. und W. eng umschließt.
Nach der Sage wurde der "Heilige Damm" infolge des Gebets der Zisterziensermönche von Doberan von den erregten Ostseefluten aufgetürmt. In Wirklichkeit ist es der von der Meeresflut bloßgelegte Moränenschutt der Eiszeit.
Das Bad besteht aus einem Kurhause nebst 16 dazugehörigen Pensionshäusern und Villen (mit ungefähr 200 Zimmern und Wohnungen) drei großherzoglichen Villen und einigen Gasthöfen und Privatpensionen. Den Mittelpunkt bildet der hart am Strand liegende weite Kurplatz, im S. begrenzt von dem alten, durch einen Säulenvorbau geschmückten Kurhause (mit der Inschrift: "Hier ladet Dich nach heilsamen Bade die Freude!" nebst Restaurationsgebäude und dem Anbau mit zahlreichen Gesellschafts- und Wohnräumen. Auf dem Kurplatz erinnert ein mächtige Granitblock an die Gründung Heiligendamms als erstes Seebad in Deutschland. Östl. am Kurplatz, von dem der Seesteig, eine feste Dampferbrücke (Aussicht auf das Bad) ausgeht, stehen unmittelbar am Meer die vornehmen Kurhausvillen mit den vorgelagerten Rasenplätzen sowie die Wandelkolonnade mit den Kaufläden. Vor den Villen liegt das Herrenbad.
An das Kurhaus stößt die Burg Hohenzollern, ein im englischen Burgenstil gehaltenes Logierhaus. Westl. von der "Burg" die Anlagen mit der Villa Krone, der Marien- und der Alexandrinen-Cottage (letztere mit kioskartigem Turm); diese drei auf hohem Ufer gelegenen Villen sind Eigentum und Sommerresidenz des großherzoglichen Hofes. Vor diesen Villen das Damenbad.
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An das Kurhaus stößt südl. der Wirtschaftshof mit dem Postamt und dem Wirtschaftsgebäuden. Jenseits der am Badeorte vorbeiführenden Bollhagener Landstraße liegt das Waldrestaurant mit Schießhalle und Kegelbahn, unmittelbar am Einsteigeplatz der Straßenbahn nach Doberan.
Der Badestrand ist schmal und mit Geröllkieseln bedeckt, weshalb Heiligendamm nicht für Kinder geeignet ist; ein sogen. "Kindersandstrand" liegt am Ende des westl. Waldteiles, 7 Minuten vom Kurhause, taugt aber nicht viel.
Ein eigentliches Strandleben wie in anderen Bädern gibt es in Heiligendamm wegen der Beschaffenheit des Strandes nicht; dafür entschädigt der bis unmittelbar an die Küste reichende herrlichste Buchenwald, der mit seinen zahlreichen Wegen die mannigfaltigsten Spaziergänge bietet und das eigentliche Ausflugsziel des Bades bildet.
(Sämtliche Wege sind auch dem Fahrrad geöffnet)
Die beliebtesten Waldpunkte bilden der Spiegelsee, ein vom Wald umschlossener idyllischer Weiher, 10 Min. westl. vom Kurhaus, und der Gespensterwald, ein zwischen Ostsee und Spiegelsee sich hinziehendes Gehölz mit eigentümlichen Stämmen und Geästformen.
Aus der Ostseezeitung vom 19.08.03
Bereits seit 200 Jahren ist Heiligendamm der noblere Ortsteil von Bad Doberan. Im Jahr 1793 machte Doberan nach langer Stille wieder von sich reden. Der Herzog, der seine Sommer bereits in Doberan verbrachte, ließ auf Anregung seines Leibarztes Professor Samuel Gottlieb Vogel am Heiligen Damm das erste deutsche Seebad errichten. Im September desselben Jahres stieg er in die Fluten der Ostsee.
Es entstand Heiligendamm - ein einzigartiges imposantes architektonisches Ensemble von Logier-, Bade- und Gesellschaftshäusern. Die weiße Stadt am Meer, die ihresgleichen sucht. Die Inschrift an dem von Baumeister Severin entworfenen Kurhaus: "HEIC LAETITIA INVITAT POST BALNEA SANUM" (Frohsinn empfange Dich hier, entsteigst Du gesundet dem Bade) wurde zum Leitspruch für das Leben in Heiligendamm.
Die Besitzer von Heiligendamm wechselten, wieder steht es an einem Neuanfang. Anschließend an die Tradition ist Heiligendamm auf dem Weg zu einem Badeort für anspruchsvolle Gäste.
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