... zu keiner Zeit habe ich den Abriss irgendeiner der sieben Villen in Heiligendamm gutgeheißen, zumal ich wie Sie der Auffassung bin, dass es sich auch bei den Villen Perle, Möwe und Schwan um Kulturdenkmäler handelt. Diese sind zwar im Äußeren verändert worden, was sich aber durch rekonstruierende Maßnahmen ohne weiteres wieder gutmachen ließe. Im Inneren sind sie sogar gut erhalten.
Das Verhalten der Denkmalfachbehörde ist für mich nicht nachzuvollziehen, vermutlich wurde hier politischer Druck durch Minister Holter ausgeübt.
Ich selbst habe mich erst Anfang Januar 2005 eingeschaltet, wenngleich ohne jede Kompetenz, als mir zu Ohren kam,
dass der Eigentümer auch die anderen vier Villen abreißen und durch veränderte Kopien ersetzen wollte.
Daraufhin veranlasste ich über Herrn Dr. Lüth eine Besprechung am 12. Januar 2005 in seiner Dienststelle mit den zuständigen Beamten der obersten Denkmalschutzbehörde, die zu meinem Entsetzen den Landeskonservator nicht bei seiner Forderung nach unveränderter Erhaltung unterstützten, sondern den Standpunkt der ebenfalls teilnehmenden Vertreter von Herrn Jagdfeld vertraten.
Daraufhin habe ich mich beim Neujahrsempfang am 17.01.05 hilfesuchend an Herrn Ministerpräsident Dr. Ringstorff gewandt, der mich spüren ließ, dass er mich in meinem Anliegen zur Erhaltung der vier noch nicht freigegebenen Villen unterstützt, zugleich aber an den anwesenden Herrn Jagdfeld verwies. Mit diesem gab es einen heftigen Wortwechsel, weil er mir vorwarf, ihn als Zerstörer von Heiligendamm zu beschimpfen und unter Druck zu setzen, worauf ich konterte, dass er ja schließlich auch über die Politik Druck auf die Denkmalpflege ausübe.
Schließlich schlug ich ihm vor, dass die Stiftung durch ihre Brandenburgische Schlösser GmbH die vier Villen für ihn im Original zum selben Preis wie für Abbruch und Neubau sanieren und zu Hotelzwecken einrichten würde.
Zur Umsetzung dieses Vorschlages fand dann am 25.01.05 in Heiligendamm die Besprechung mit Herrn Herrn Jagdfeld und seinen Mitarbeitern sowie Dr. Illert, Geschäftsführer der Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG), statt. Wir einigten uns darauf, durch Dr. Illert ein Gutachten zu den Kosten und zum Zeitplan einer erhaltenden Instandsetzung erarbeiten zu lassen, das die Grundlage für den Auftrag an die BSG bilden sollte. Dieses Gutachten wurde auch bald darauf vorgelegt, Herr Jagdfeld bestand jedoch auf die Umsetzung durch seine eigenen Mitarbeiter, war aber dabei bereit, der denkmalpflegerischen Zielsetzung des Gutachtens, die das Landesamt für Denkmalpflege übernahm, zu folgen.
Das Gutachten sollte auch zur Grundlage der Baugenehmigung gemacht werden, am weiteren Verfahren waren aber Herr Dr. Illert und ich nicht mehr - auch nicht durch Information durch das Landesamt für Denkmalpflege - beteiligt. Offensichtlich wurde das Gutachten von Herrn Dr. Illert nur wesentlich abgeschwächt übernommen ...
(Anmerkung der Redaktion: Ob Minister Holter es war, der politischen Druck ausgeübt hat, wird noch zu klären sein)
